Ein gelungenes Fest zum Beginn der Sommerferien

Sommerfest in der Freiligrathstraße

Zum dritten Mal fand in der Wohnunterkunft Freiligrathstraße ein gemeinsam von Fördern&Wohnen, dem Spieltiger e.V., Basis & Woge sowie „Gertrud hilft“ gestaltetes Sommerfest statt.

Am 28. Juni 2019 wurde um 15 Uhr ein riesiges, von den Bewohnern und von Fördern&Wohnen zusammengestelltes Buffet eröffnet. Es war so reichhaltig, dass es unmöglich war, alle Leckereien zu probieren.

 

 

Und danach wurden die verschiedenen Angebote genutzt. Für die kleinen Teilnehmer waren die Hüpfburg
und der Schminktisch der Renner, die größeren spielten Fußball oder nahmen an einem Tischtennistournier teil.

 

Der Höhepunkt für alle war der Zauberer Georg, der mit seiner Magie die Zuschauer ins Staunen und Rätselraten brachte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war toll zu sehen, dass sich die Bewohner untereinander und mit den vielen ehrenamtlichen Helfern austauschten oder sich einfach nur über das Wiedersehen freuten.  Ein gelungenes Fest, das gegen 19 Uhr mit „Pizza satt“ endete.

Newsletter Mai 2019 Dringend Helfer gesucht

In diesem Monat wird unser Newsletter kürzer – dafür fordernder: wir bieten erfüllende ehrenamtliche Tätigkeiten für jedes Zeitbudget und viele Fähigkeiten:

1. Zu konkreten Terminen einmalig helfen:
A) Am NABU-Tag am Dienstag, 11. Juni 2019, ab 16 Uhr werden von Mitarbeitern des „Naturschutzbundes“ mit den Kindern der Wohnunterkunft Averhoffstraße Nistkästen für Vögel gebaut – dazu wären weitere Erwachsene sehr hilfreich.
B) Für unsere Stände auf den Straßenfesten Dat Uhlenfest am Wochenende des 17./18. August 2019 und Das Ludwig am Samstag, 24. August 2019, brauchen wir weitere Standwachen. Es geht darum, die Aktivitäten von „Gertrud hilft“ vorzustellen, zur Kontaktaufnahme zu ermutigen, eventuell eigene Erfahrungen zu beschreiben. Auch nur ein oder zwei Stunden helfen uns sehr.

2. Regelmäßig helfen (im Rahmen der eigenen Möglichkeiten):
A) Am Mittwochnachmittag braucht die Kinderbetreuung parallel zum Begegnungscafé in der Wohnunterkunft Averhoffstraße Verstärkung. Die Kinder sind zwischen vier und zehn Jahre alt. Die Erwachsenen malen, spielen, basteln mit ihnen und lesen vor. Bücher und Bastelmaterial sind vorhanden.

B) Zur Unterstützung der Nutzer in den Computerräumen in beiden Wohnunterkünften:
In der Freiligrathstraße könnten wir den PC-Raum jeden Tag öffnen, wenn wir mehr Betreuer hätten.
In der Averhoffstraße wird gerade ein PC-Raum eingerichtet. In einigen Wochen soll er für die Bewohner geöffnet werden – wozu jeweils ein Mensch als Betreuer nötig ist. Außerdem haben wir die Idee, für die Bewohnerinnen und Bewohner zukünftig Computerkurse anzubieten, damit sie die Möglichkeiten des PCs besser nutzen können.

Für beide Jobs gilt: freie Zeiteinteilung, möglichst nachmittags oder abends.

Herzliche Grüße vom Koordinationsteam von „Gertrud hilft“:
Ulf Andresen
Peter von Gottberg
Bettina Kohs
Gretel Saß
Christiane Tichy
Dirk Wetzel
WER INTERESSE HAT, SICH BEI EINEM ODER MEHREREN DER ANGEBOTE ZU ENGAGIEREN, regelmäßig oder sporadisch, FRAGEN DAZU ODER WEITERE VORSCHLÄGE HAT, MELDE SICH BITTE UNTER: INFO@GERTRUD-HILFT.DE ODER TELEFONISCH UNTER 0157 75296365.

Sommerfest Freiligrathstraße

Am Samstag, den 28. Juni 2019 findet das Sommerfest in der Wohnunterkunft Freiligrathstraße statt, von 15 bis 18 Uhr.

„Gertrud hilft“ finden Sie auf den Stadtteilfesten:

„Dat Uhlenfest“ am Wochenende des 17. und 18. August 2019 am Hofweg

„Das Ludwig“  in der Ifflandstraße am Samstag, 24. August 2019 von 15 bis 23 Uhr

Newsletter April 2019

Newsletter April 2019 mit der Jahresvorschau

Liebe Freunde von „Gertrud hilft“!

Wahrscheinlich werden Sie sofort ein gedankliches Fragezeichen hinter den Titel dieses Newsletters gemalt haben: Das Jahr ist doch schon vier Monate alt und dann kommt erst jetzt die Planung??
Recht haben Sie – eine inhaltliche Jahresplanung haben wir für uns auch schon im Januar gemacht. Denn es gibt inzwischen regelmäßige Fixpunkte für „Gertrud hilft“, die sich jedes Jahr wiederholen. Aber diese Veranstaltungen machen wir selten alleine, und unsere Partner konnten uns ihre konkreten Termine noch nicht Anfang Januar nennen.

Aber jetzt: Die TERMINE des Jahres 2019

Zunächst die Straßenfeste, auf denen wir einen Infostand im Rahmen der Gemeinde St. Gertrud haben werden:

• „Dat Uhlenfest“ am Wochenende des 17. und 18. August 2019 am Hofweg

• „Das Ludwig“  in der Ifflandstraße am Samstag, 24. August 2019 von 15 bis 23 Uhr

• Auch auf dem Bazar der St. Gertrud-Gemeinde im November 2019 wollen wir präsent sein (genaues Datum folgt).
Für alle diese Stände brauchen wir (d.h. die Mitglieder des Koordinationsteams) aktive Menschen, die am Stand die Fragen der Vorübergehenden und Neugierigen über die Arbeit von „Gertrud hilft“ beantworten. Schon eine Stunde „Standwache“ hilft!

Ein großer Markt der Möglichkeiten des Flüchtlingsengagements ist immer das

Forum Flüchtlingshilfe, dieses Jahr am 30. August 2019 nachmittags

in den Hallen von Kampnagel. Hier treffen sich Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe arbeiten. Viele Anregungen sind garantiert und schon die Menge und Vielfalt der Stände zeigt beeindruckend das Engagement der Hamburger für Geflüchtete. Mehr über die vielfältigen Angebote des Forums Flüchtlingshilfe finden Sie hier:   https://www.hamburg.de/forum-fluechtlingshilfe/

Zu einem internen jährlichen Treffpunkt hat sich das

Grillfest von „Gertrud hilft“ am 14. September 2019 von 15 bis 18 Uhr

entwickelt. Alle regelmäßigen und sporadischen Helfer von „Gertrud hilft“ in den beiden Wohnunterkünften sind herzlich eingeladen, gemeinsam beim Grillen im Garten hinter dem Gemeindehaus Immenhof 10 (bei Regen drinnen) neue Nachbarn kennen zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und einfach nur den schönen Nachmittag zu genießen.

Auch die folgende Veranstaltung findet regelmäßig für alle, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, im September statt:

Hamburger Mentoringtag 2019: „Orientierung geben?! Mentoring in Übergangssituationen“

am 18. September 2019 im Körber Forum. Es geht um die Unterstützung, die Mentor/innen ihren Mentees in der Beratung bei den Entscheidungen zu Berufswahl, Studium, Ausbildung usw. geben können, denn die Situation vieler junger Erwachsener und Schulabgänger/innen ist durch vielfältige Unsicherheiten geprägt: Was kann ich und will ich? Was wollen meine Eltern, was erwartet die Gesellschaft?
Ausführliche Informationen unter: https://www.mentor-ring.org/veranstaltungen

Last, not least: (hier passt es mal)
Für unseren „Runden Tisch Gertrud hilft“ zwei Mal im Jahr haben wir noch keinen Termin gefunden – im Herbst jedenfalls wird er stattfinden. Auch das spezielle Thema ist noch offen, das ja neben den Informationen über die aktuellen Entwicklungen in den Wohnunterkünften immer im Mittelpunkt steht.
Sollten Sie als an der Flüchtlingsarbeit Interessierte Ideen für ein aktuelles Thema der Flüchtlingshilfe haben – schlagen Sie uns gerne ein Thema vor.

Neues aus der Wohnunterkunft Freiligrathstraße:

Seit Anfang April gibt es einen „Erstorientierungskurs (EOK) Deutsch“ speziell für Frauen mit kleinen Kindern, von der BASFI organisiert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bezahlt, der in der Wohnunterkunft selbst stattfindet und parallel eine Kinderbetreuung sichert. Denn eines der Haupthindernisse beim Deutsch-lernen für junge Mütter ist natürlich die Kinderbetreuung.
Der EOK richtet sich speziell an Geflüchtete mit unklarer Bleibeperspektive. Es sind jetzt neunzehn Frauen angemeldet – so viel Bedarf gab es! Wir sind ein bisschen stolz, dass die Einrichtung dieses Kurses ein Ergebnis unseres letzten „Runden Tisches“ ist.
Für den Computerraum suchen wir weiterhin Frauen und Männer als Aufsicht. Die Öffnungszeiten können je nach individuellen Bedürfnissen gewählt werden.

Neues aus der Wohnunterkunft Averhoffstraße:

Am 26. Februar 2019 fand nachmittags eine erste Versammlung zur Neugestaltung des Spielplatzes Heideweg neben dem Gebäude der Wohnunterkunft statt. Es gilt vor allem die unterschiedlichen Bedürfnisse der Altersstufen der künftigen Benutzer zu berücksichtigen. Zu diesem Termin sollten die Ideen und Wünsche der Bewohner der Wohnunterkunft aufgenommen werden. Es beteiligten sich mehr als zehn Kinder und fünf erwachsene Bewohner, sowie die Mitarbeiter von „fördern und wohnen“ und mehrere Ehrenamtliche von „Gertrud hilft“. Eine zweite Versammlung am 10. April richtete sich an die Nachbarn, die ebenfalls zahlreich die Gelegenheit zur Diskussion wahrnahmen.
Die Ideensammlung aus beiden Versammlungen wird nun vom Bezirksamt verarbeitet und am 29. April 2019 ein fertiges Konzept vorgestellt. Baubeginn wird im Herbst 2019 sein.

Auch in der Averhoffstraße gibt es einen großen Bedarf für den oben bereits erwähnten „Erstorientierungskurs Deutsch“ EOK für Frauen mit kleinen Kindern. „Gertrud hilft“ hat deshalb Gespräche mit Vertretern der BASFI und „Der Johanniter“ als Träger des EOK geführt. Das Ergebnis ist: Der Kurs nebst Kinderbetreuung startet am 11. Juni 2019 in den Gruppenräumen der Averhoffstraße montags bis donnerstags jeweils von 9:00 bis 12:15 Uhr.

In nächster Zeit wird „Gertrud hilft“ dort auch einen Computerraum einrichten. Hierfür hat uns der Bezirk Nord fünf Computer gespendet. Allerdings müssen noch Leitungen fast durch die gesamte Kelleretage verlegt und einige weitere Anschaffungen wie beispielsweise Drucker, Kopfhörer u.a. getätigt werden. Das Geld hierfür kommt es einem speziellen Fonds der Bürgerschaft, wurde bereits genehmigt und wird im Mai ausgezahlt. Erst nach Auszahlung des Geldes dürfen wir einkaufen gehen und die Firma mit der Kabelverlegung beauftragen. Dies ist die Erklärung für die Verzögerung beim Einrichten des Computerraumes.

Änderungen im Koordinationsteam:

Wir begrüßen herzlich Gretel Saß als neues Mitglied im KO-Team und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Ihre besondere Aufgabe wird sein, die Verbindung zum Kirchengemeinderat der St. Gertrud-Gemeinde, in dem sie Mitglied ist, zu halten. Seit Langem ist sie schon in der Flüchtlingsarbeit tätig, nämlich dienstags bei der Hausaufgabenhilfe für die Jugendlichen.

Herzliche Ostergrüße vom Koordinationsteam von „Gertrud hilft“:
Ulf Andresen
Peter von Gottberg
Bettina Kohs
Gretel Saß
Christiane Tichy
Dirk Wetzel

WER INTERESSE HAT, SICH BEI EINEM ODER MEHREREN DER ANGEBOTE ZU ENGAGIEREN, regelmäßig oder sporadisch, FRAGEN DAZU ODER WEITERE VORSCHLÄGE HAT, MELDE SICH BITTE UNTER: INFO@GERTRUD-HILFT.DE ODER TELEFONISCH UNTER 0157 75296365.

Bericht vom „Runden Tisch Gertrud hilft“ am 28. Januar im Gemeindesaal

Bericht vom „Runden Tisch Gertrud-hilft“ am 28. Januar 2019

im Gemeindesaal

Der „Runde Tisch Gertrud hilft“ (früher „Runder Tisch Freiligrathstraße“) ist inzwischen eine Institution geworden, jedenfalls ein regelmäßiges Treffen zwei Mal im Jahr aller ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die in den beiden Wohnunterkünften Freiligrathstraße und Averhoffstraße arbeiten. Außerdem soll es ein Forum für alle Menschen in der Nachbarschaft sein, unkompliziert Informationen über die Unterkünfte zu erhalten und eventuellen Ärger an der richtigen Stelle loszuwerden. Deshalb sind immer Frau Remek vom Bezirksamt Nord, der „bürgernahe Polizeibeamte“ und die Sozialmanager von fördern & wohnen dabei. Und der erste Tagesordnungspunkt ist routinemäßig die Information über die neuesten Entwicklungen in den beiden Unterkünften. Alle Einzelheiten zu diesem Punkt kann man im Newsletter Februar 2019 nachlesen.

Für das inhaltliche Hauptthema des Januar-Treffens wollten wir uns mit einem dringenden aktuellen Thema der Integrationsarbeit beschäftigen. Denn mit den Monaten und inzwischen Jahren, die die Geflüchteten schon in Hamburg wohnen, verschieben sich unsere Aufgaben. Wir haben gelernt, dass „Hilfe zur Integration“ sich jeweils anpassen muss an die Bedarfe (so das Fachwort der Sozialmanager). Deshalb beschäftigte uns das Thema Deutsch-lernen als wichtigstes Mittel zur Integration, als Schlüssel zu Ausbildung und Beruf. Und wir trafen wohl einen wichtigen Punkt: über 50 Interessierte waren in den Gemeindesaal der St. Gertrud-Gemeinde gekommen.

Im Mittelpunkt steht die DTZ-Prüfung: „Deutsch-Test für Zuwanderer“ auf dem Sprachniveau B1 mit der Definition „Selbstständige Sprachanwendung“. Sie müssen alle Zuwanderer bestehen, um Ausbildungsplätze und Jobs zu bekommen. Das Problem: Hier fällt praktisch die Hälfte der Geflüchteten durch, was natürlich große Enttäuschung bei den Betroffenen auslöst. Frustriert sind mit ihnen ihre Deutsch-Nachhilfelehrerinnen und –lehrer. Deshalb griffen wir dieses Problem auf und entdeckten, dass man sich auch auf der Ebene der Hamburger professionellen Sprachförderer Gedanken gemacht hat und versucht Abhilfe zu schaffen. Wir luden also das Team vom „Dialogforum Sprache“ ein.

Herr Björn Keßner von der BASFI (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration), Frau Heike Kölln-Prisner von der Volkshochschule und Frau Uta Keite von den Öffentlichen Bücherhallen berichteten jeweils aus ihrer Spezialperspektive von der Sprachunterstützung. Herr Keßner stellte die offiziellen Integrationskurse vor, aber auch ein Hamburger Kursangebot für die Geflüchteten mit unklarer Bleibeperspektive, die kein Recht auf die Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge haben.

Für die vielen ehrenamtlichen Nachhilfe-Lehrerinnen und –lehrer im Publikum werden die Informationen von Frau Kölln-Prisner über den Aufbau der DTZ-Prüfung zentral gewesen sein. Sehr pragmatisch  zeigte sie: Wie ist die Prüfung aufgebaut? Wo gibt es Übungsmaterial, das genau auf die Aufgabenstellungen der Prüfung zugeschnitten ist? Die Sprachverlage wie Cornelsen, Klett, Langenscheidt,  auch das Goethe-Institut, stellen kostenlos Material im Internet zur Verfügung.  Sie empfahl eine realitätsechte Prüfungssimulation vorher: Aufgabenstellung verstehen, Zeitplanung, Prüfungsstrategie („zuerst die leichten Aufgaben“).

Die Diskussionen nach der Veranstaltung, mit einem leckeren Imbiss, von der BASFI gestiftet.

Beeindruckt waren wir Muttersprachler von den Schwierigkeiten der DTZ-Prüfung, für die Frau Kölln-Prisner ein Beispiel mitgebracht hatte: einen lebensechten „Bürgerbüro-Wegweiser“. Er spiegelte die bürokratische Sprache der deutschen Ämter wider, an die man sich immer wieder im Alltagsleben wenden muss.

Das führte zur Diskussionsfrage, die eine Teilnehmerin – erfahrene Deutsch-Lehrerin – aufwarf: ob diese Prüfung denn nicht letztlich ein Ausleseinstrument sei. Menschen, die in ihrer Heimat keine entsprechende Ausbildung bereits genossen haben, hätten viel schlechtere Chancen, die Prüfung zu bestehen.

Die Fachleute stimmten zu – die Prüfung sei wirklich anspruchsvoll. Die Sprachverbände plädierten jedenfalls gegenüber dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für eine Änderung der Prüfung. Immerhin gibt es einen Trost:  die DTZ-Prüfung ist „skaliert“. Dies bedeutet, dass mehrere Sprachniveaus gleichzeitig geprüft werden. Hat man B1 nicht bestanden, so kann man jedoch im nächst niedrigeren Niveau  A2 erfolgreich gewesen sein. Und es gibt Wiederholungsangebote, um später doch zu bestehen.

Sehr nützlich für Geflüchtete und ihre Helferinnen war ein Informationsbogen der Bücherhallen mit allen Medien, die die Bücherhallen analog und digital zur Verfügung stellen. Frau Keite wies auch  auf „Dialog in Deutsch“, auf die offenen Gruppenräume und den Computerzugang hin.

Alle Informationen der Veranstaltung sind unter https://www.hamburg.de/dialogforen/4802400/dialogforum-sprache/   nachzulesen.

Christiane Tichy

 

Newsletter Februar 2019

Liebe Freunde von „Gertrud hilft“!

Das Jahr fing gut an – jedenfalls aus der Sicht von „Gertrud hilft“. Wir haben uns sehr gefreut, dass unser Januar-Runder-Tisch so viele Zuhörerinnen und Zuhörer angelockt hat:  der Gemeindesaal war voll besetzt mit Interessierten für das Thema: „Oh Schreck – die DTZ naht! Wie kann ich unterstützen?“. Näheres siehe unten.

  • Wie immer die neuesten Entwicklungen in den Wohnunterkünften:

Neues aus der Wohnunterkunft Freiligrathstraße

Die Neubesetzung der Unterkunft vom Herbst 2018 ist beendet: die Wohnungen sind von neuen Familien belegt. Deshalb haben die Ehrenamtlichen von „Gertrud hilft“ ihre Angebote bei einer Bewohnerversammlung mit Übersetzern vorgestellt.

Drei konkrete Anfragen nach ehrenamtlichen Helfern:

a) am Mittwoch von 11 bis 12 Uhr 30 oder um 13 Uhr werden noch Personen zur 1:1 Unterstützung für Frauen beim Deutsch-Lernen gesucht, als Nachhilfe für den Integrationskurs.

b) Auch für den Computerraum werden noch Betreuerinnen und Betreuer gebraucht: möglichst nachmittags oder abends, mit freier Zeiteinteilung.

c) Und auch die Nachhilfe für Jugendliche im Gemeindehaus Immenhof 8 a kann noch Verstärkung gebrauchen: Nachhilfe in Deutsch, Mathematik und Englisch auf Niveau vom Haupt- oder Realschulabschluss, immer dienstags 17 bis 19 Uhr und donnerstags, 18 bis 20 Uhr.

 

 Neues aus der Wohnunterkunft Averhoffstraße

Alle Angebote – Begegnungscafé, Deutsch-Kurse, Kinderangebote – gehen weiter, die Hausaufgabenhilfe für Kinder konnte auf einen zweiten Nachmittag am Montag erweitert werden.

Eine erfreuliche Nachricht: Der Spielplatz neben der Unterkunft im Heideweg wird neu gestaltet. Frau Remek vom Bezirksamt Nord teilte mit, dass die Bezirksversammlung 190 000 € dafür bewilligt hat.  Um Vorschläge zu sammeln, finden am Dienstag, 26. Februar 2019 um 16 Uhr 30 für die Menschen der Wohnunterkunft Averhoffstraße und am Mittwoch, 10. April nachmittags für die gesamte Nachbarschaft Versammlungen aller Interessierten statt. Nach Ende der Neugestaltung wird der Spielplatz mit einem kleinen Fest eingeweiht – wie es ja schon in der Freiligrathstraße im Herbst stattgefunden hat.

Ebenfalls wie in der Wohnunterkunft Freiligrathstraße arbeitet „Gertrud hilft“ daran einen Computerraum mit gespendeten PCs zu installieren.

 

 Änderungen im Koordinationsteam:

Wir begrüßen herzlich Dirk Wetzel als neues Mitglied des Koordinationsteams und freuen uns auf die Zusammenarbeit! Er wird als Koordinator gemeinsam mit Bettina Kohs die Aktivitäten in der Unterkunft Averhoffstraße unterstützen und sich um den geplanten neuen Computerraum kümmern.

 

Runder Tisch Gertrud hilft

Der „Runde Tisch Gertrud hilft“ am 28. Januar 2019 hatte für das Thema „Hilfe für Ehrenamtliche bei der Unterstützung der Geflüchteten für die DTZ-Prüfung (Deutsch-Test für Zuwanderer)“ zwei Expertinnen von der Volkshochschule und von den Öffentlichen Bücherhallen sowie einen fachkundigenVertreter der zuständigen Behörde (BASFI) eingeladen. Es war eine lebhafte und sehr informative Veranstaltung, die anwesenden ehrenamtlichen Deutsch-Lehrerinnen erhielten viele praxisnahe Tipps, nachzulesen bei https://www.hamburg.de/dialogforen/4802400/dialogforum-sprache/

 

WER INTERESSE HAT, SICH BEI EINEM ODER MEHREREN DER ANGEBOTE ZU ENGAGIEREN, regelmäßig oder sporadisch, FRAGEN DAZU ODER WEITERE VORSCHLÄGE HAT, MELDE SICH BITTE UNTER: INFO@GERTRUD-HILFT.DE  ODER TELEFONISCH UNTER 0157 75296365.

 

Herzliche Grüße vom Koordinationsteam:

Ulf Andresen

Peter von Gottberg

Bettina Kohs

Christiane Tichy

Dirk Wetzel

 

Neuer Computerraum in der Unterkunft Freiligrathstraße

Im Zuge des Erweiterungsbaus in der Freiligrathstraße wurden „Gertrud hilft“ von „fördern & wohnen“ Ende des Jahres 2016 weitere Räume zur Verfügung gestellt. Damit ist es unter anderem möglich geworden, Parallelveranstaltung durchzuführen oder auch während des Deutschunterrichtes eine Kinderbetreuung anzubieten.

Aufgrund dieser exzellenten Raumsituation konnte ein Projekt in Angriff genommen werden, das lange angedacht war, aber wegen der vorherigen Raumsituation nicht realisiert werden konnte: Die Einrichtung eines Computerraumes. Nun musste aber die nächste Frage beantwortet werden: Wie sollte dieses Vorhaben finanziert werden?

Wir wussten, dass die Stadt Hamburg einen Integrationsfonds zur Verfügung gestellt hatte. Also wurde ein gut begründeter Antrag gestellt. Die Antwort kam prompt: Wir sollten uns an den zuständigen Bezirk wenden. Also wurde ein neuer Antrag an den Bezirk Nord gerichtet. Nach einigen Nachfragen des Bezirkes wurde der Antrag schneller als gedacht genehmigt.

Die Ausstattung konnte beschafft werden, eine zusätzliche Leitung musste in der Unterkunft von einem ausgewählten Provider gelegt werden – was trotz vieler Verzögerungen durch den Provider letztendlich gelang. Sechs Computer wurden aufgebaut und konfiguriert. Im Mai 2017 wurde der Raum eröffnet.

Auf den Computern steht Lernsoftware bereit, um den Deutschunterricht und die Hausaufgabenhilfe zu unterstützen und zu verbessern. Daneben sind andere Lernanwendungen denkbar, zum Beispiel Software zur Unterstützung der Führerscheinprüfung oder sogenannte audiodigitale Lernsysteme in Form von Tiptoi-Vorlesebüchern, die den Lernspaß der Kinder besonders fördern. Außerdem kann die Nachhilfe von Jugendlichen mit Computern professionell unterstützt werden.

Mit Hilfe der Computer und eines zusätzlichen WLAN-Hotspots im Außenbereich haben die Flüchtlinge darüber hinaus die Möglichkeit, den per E-Mail oder Skype Kontakt zu ihren Freunden und Familien in aller Welt herzustellen. Dies ist ein wichtiger Aspekt bei der Unterstützung der Integration.

Der Computerraum ist zu bestimmten Zeiten geöffnet. Es ist eine ehrenamtliche Aufsicht vor Ort, die auch leichte Hilfestellung bei der Nutzung geben kann.

Wir würden gerne zusätzliche Öffnungszeiten anbieten, benötigen dazu aber weitere ehrenamtliche Unterstützung. Für diese Tätigkeit reichen Computer-Grundkenntnisse aus. Wir suchen aber auch Menschen, die Computerkurse für die Geflüchteten anbieten.

Wenn Sie sich vorstellen können, uns in diesen Bereichen zu unterstützen, melden Sie sich bitte unter Angabe der möglichen Zeiten unter info@gertrud-hilft.de oder telefonisch unter 01577 5296365.

Ulf Andresen
Juni 2017

„Schreibwerkstatt?“ …

… ruft mir Miriam Duijn entgegen, als ich bei der Wohnunterkunft am Lerchenfeld ankomme. Ich befestige mein Fahrrad und strahle sie an. „Ja!“, sage ich und freue mich. Die Schreibwerkstatt hat sich etabliert. Für Hussein, Mohammad, Laith und Masoud ist das regelmäßige Zusammentreffen am Mittwoch von 18 bis ca. 20 Uhr ein fester Bestandteil geworden.

Als Hussein bei einem Zusammentreffen Anfang November 2016 davon sprach, wie gern er Gedichte lese und vor allem selber schreibe und um Unterstützung dafür bat, war unsere Stunde geschlagen. Franziska und ich verspürten große Lust dazu, Hussein und weiteren interessierten Jungen beim Schreiben jeglicher Art zu helfen. Den Anfang machten Gedichte. Es folgten gesungene Balladen von Achim Reichel. Die Texte zu verstehen, erwies sich allerdings als nicht so einfach, für das Schreiben eigener Gedichte in deutscher Sprache fehlte es noch an Wortschatz.

Deshalb überlegte ich mir einen anderen Zugang für die Jungen und wählte ein Hörspiel aus. Gesprochene Dialoge würden unseren Teilnehmern das Verstehen der deutschen Sprache erleichtern. Das erwies sich als richtig. Dass uns das Hörspiel “Nathans Kinder“ viele Anstöße zum Diskutieren und zum Schreiben lieferte, war ein großer Gewinn für uns alle. Franziska und ich gingen oft beseelt nach Hause. Dieser Jude Nathan warf viele Fragen auf: „Gibt es die eine wahre Religion?“ und „Ist nicht jeder von uns zuallererst ein Mensch?“ Durch diese Impulse und Denkanstöße wurden die Teilnehmer unserer Schreibwerkstatt sehr nachdenklich. Begriffe wie “Identität“ und “Sozialisation“ wurden besprochen, in Relation zu verschiedenen Gesellschaftsformen gestellt und durch eigene Erfahrungen anschaulich gemacht.

In jeder Diskussion erleben uns die Jungen – die junge berufstätige Franziska und mich, die pensionierte Lehrerin – als streitbare, gleichberechtigt auftretende Frauen. Auch darüber sprachen wir. Uns interessiert ihr Frauenbild, das durch eine ganz andere Kultur geprägt ist. Sicher ist, dass die vier Jungen, die regelmäßig in die Schreibwerkstatt kommen, uns sehr schätzen. Unsere Zusammentreffen finden auf Augenhöhe statt. Die Atmosphäre ist sehr vertrauensvoll. Im Rahmen dieser uns allen lieb gewordenen Schreibwerkstatt begleitete Stephanie unsere vier Jungen zu einem Poetry Slam ins Ernst-Deutsch-Theater. Weil Franziska und ich nicht dabei sein konnten, erreichte uns prompt ein Foto aus dem Theater. Zur Verständigung untereinander richteten die Jungen eine WhatsApp-Gruppe ein. Sie gaben ihr den Namen “Die Besten“.

Nachdem wir das Hörspiel “Nathans Kinder“ abgeschlossen hatten besuchten wir die Vorstellung “Nathan die Weise“ im Thalia Theater an der Gaußstraße. Das war eine echte Herausforderung für uns alle, weil die Interpretation die Grundlage zwar erkennen ließ, aber eine sehr eigenwillige Darstellung des Nathans ist. Masoud empfand den Nathan als Katastrophe, Laith amüsierte sich über meine Mimik während der Aufführung, der durch eine Zahn-OP etwas beeinträchtigte Hussein schüttelte den Kopf und Mohammad war so mutig, später die Darsteller anzusprechen. Es war das Gemeinschaftserlebnis, das uns bei diesem Theaterbesuch am besten gefiel. Wir saßen anschließend noch zusammen und sprachen über das Stück.

Seit kurzem bearbeiten wir Deutsch-Prüfungsarbeiten für den Einfachen Schulabschluss (ESA), weil Masoud im Mai an den Prüfungen in allen drei Hauptfächern teilnehmen wird. Für alle ist es eine sehr gute Übung. Woran wir ab der dritten Mai-Woche arbeiten werden, besprechen wir vorher mit den Jungen. Ideen von unserer Seite gibt es genug.

Die Freude weiterzumachen ist groß.

Dagmar Lücke-Neumann, Franziska Olbricht
April 2017