Treffen der Helfer am 12. Februar 2018

Am Montag war es wieder soweit: Aktive Helfer von „Gertrud hilft“ trafen sich im Gemeindesaal, um sich außerhalb der regelmäßigen Angebote an die Geflüchteten einmal in Ruhe auszutauschen. Nach der Begrüßung durch das Koordinationsteam wurde über Aktuelles zu den Themen

  • Neue Unterkunft Averhoffstrasse
  • Computerkurse
  • Filmabend
  • Hinweis auf den „Runden Tisch“ am 16.4.18 18:00 Uhr

informiert. Anschließend setzten sich die Anwesenden in Gruppen (Hausaufgabenhilfe, Deutsch-/Nachhilfelehrer, Donnerstagstreff) zusammen. In diesen Gruppen wurde über das bisher Erreichte gesprochen, aber auch über das was künftig besser oder anders gestaltet werden soll. Es zeigte sich, dass bei einigen Aktivitäten – wie der Hausaufgabenhilfe am Mittwoch, dem Donnerstagstreff und auch den Computeraufsichten – unbedingt Unterstützung durch zusätzliche Ehrenamtliche benötigt wird.

Zum Ende wurden die Ergebnisse im Plenum ausgetauscht. Viele nutzten auch einfach die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und über ihre Tätigkeit bei „Gertrud hilft“ mit anderen Helfern zu sprechen. Genau dafür sollte dieses Treffen dienen!

Film ab: Kinoabend in der Freiligrathstraße

Ein gemütlicher Fernsehabend gemeinsam mit Freunden und Bekannten, natürlich mit einer Tüte Popcorn oder Chips auf dem Schoß – es gibt doch fast nichts Schöneres. Deswegen hat „Gertrud hilft“ eine neue Aktion gestartet und einen Filmclub ins Leben gerufen.

Als „Kino“ wurde der große Aufenthaltsraum aus den Räumlichkeiten von „Gertrud hilft“ in der Freiligrathstraße genutzt: Stühle in Reihe gestellt, Beamer und Laptop aufgebaut, Chipspackungen geöffnet – der Filmabend konnte starten.

Rund 15 Kinder, Jugendliche und Erwachsene folgten der Einladung von „Gertrud hilft“ und kamen zu dem ersten Filmabend am 7. Februar in der Freiligrathstraße zusammen. Gezeigt wurde eine französische Komödie, die eine außergewöhnliche und zauberhafte Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Männern thematisiert. Gemeinsam wurde gelacht, geschmunzelt und einfach der Kinoabend genossen.

In Zukunft soll der Filmabend einmal im Monat stattfinden. Der nächste Film wird am 7. März um 19:30 Uhr gezeigt.

„Gertrud hilft“: Grillen und sabbeln!

Nun war es endlich soweit: Vom Juli wegen Dauerregen auf den 23. September verschoben, konnten wir fast 30 Ehrenamtliche beim diesjährigen Grillfest begrüßen. Und das Wetter hatte es diesmal gut mit uns gemeint!

Ohne wärmenden Jacken saßen wir auf der Kirchenwiese auf Bänken, genossen köstliches Grillfleisch und viele mitgebrachte Salate und unterhielten uns über unsere Arbeit mit Geflüchteten, über die zu dem Zeitpunkt noch anstehenden Bundestagswahlen – und über „Gott und die Welt“. Manche lernten sich erstmalig kennen, andere vertieften ihre gemeinsamen Erfahrungen, andere freuten sich, lange nicht Gesehene wieder zu treffen.

Pastorin Grambow brachte als Dank an „Gertrud hilft“ Sonnenblumen für die Damen und ein selbstgebasteltes Wortspiel (s. Foto): Zu den einzelnen Buchstaben von „Gertrud hilft“ hatte sie Worte gefunden, die unsere Arbeit charakterisieren.

Herzlichen Dank an Frau Grambow und die gesamte Kirchengemeinde, die „Gertrud hilft“ so umfassend unterstützen!


Während des Grillfestes konnten wir Erfahrungen austauschen

Pastorin Grambow überreichte den Helfern zum Dank Blumen

Ein Wordcloud verdeutlicht das vielfältige Angebot von „Gertrud hilft“

Runder Tisch am 11. September 2017

Am 11. September 2017 fand in der Zeit von 18:00 bis 19:45 Uhr ein weiterer von „Gertrud hilft“ organisierter Runder Tisch statt. Mit über 40 Teilnehmern haben wir das Thema „Wie verändert sich die Arbeit mit Geflüchteten?“ diskutiert. Als Referent und „Input-Geber“ hat Mischa Helfmann in das Thema eingeführt. Mischa Helfmann (Foto) ist beim Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Hamburg-Ost für den Bereich „Migration und Asyl“ zuständig.

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„Gertrud hilft“ unterwegs

Gemeinsam mit der St. Gertrud Gemeinde war „Gertrud hilft“ in den Stadteilen Hohenfelde und Uhlenhorst unterwegs: Am 26. und 27. August 2017 fand „Dat Uhlenfest“ in der Papenhuderstraße sowie im Hofweg statt. Und am 9. September 2017 feierten die Hohenfelder das jährliche Stadtteilfest „Das Ludwig“ in der Ifflandstraße. Auf beiden Festen waren wir mit einem Informationsstand vertreten.

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Neuer Computerraum in der Unterkunft Freiligrathstraße

Im Zuge des Erweiterungsbaus in der Freiligrathstraße wurden „Gertrud hilft“ von „fördern & wohnen“ Ende des Jahres 2016 weitere Räume zur Verfügung gestellt. Damit ist es unter anderem möglich geworden, Parallelveranstaltung durchzuführen oder auch während des Deutschunterrichtes eine Kinderbetreuung anzubieten.

Aufgrund dieser exzellenten Raumsituation konnte ein Projekt in Angriff genommen werden, das lange angedacht war, aber wegen der vorherigen Raumsituation nicht realisiert werden konnte: Die Einrichtung eines Computerraumes. Nun musste aber die nächste Frage beantwortet werden: Wie sollte dieses Vorhaben finanziert werden?

Wir wussten, dass die Stadt Hamburg einen Integrationsfonds zur Verfügung gestellt hatte. Also wurde ein gut begründeter Antrag gestellt. Die Antwort kam prompt: Wir sollten uns an den zuständigen Bezirk wenden. Also wurde ein neuer Antrag an den Bezirk Nord gerichtet. Nach einigen Nachfragen des Bezirkes wurde der Antrag schneller als gedacht genehmigt.

Die Ausstattung konnte beschafft werden, eine zusätzliche Leitung musste in der Unterkunft von einem ausgewählten Provider gelegt werden – was trotz vieler Verzögerungen durch den Provider letztendlich gelang. Sechs Computer wurden aufgebaut und konfiguriert. Im Mai 2017 wurde der Raum eröffnet.

Auf den Computern steht Lernsoftware bereit, um den Deutschunterricht und die Hausaufgabenhilfe zu unterstützen und zu verbessern. Daneben sind andere Lernanwendungen denkbar, zum Beispiel Software zur Unterstützung der Führerscheinprüfung oder sogenannte audiodigitale Lernsysteme in Form von Tiptoi-Vorlesebüchern, die den Lernspaß der Kinder besonders fördern. Außerdem kann die Nachhilfe von Jugendlichen mit Computern professionell unterstützt werden.

Mit Hilfe der Computer und eines zusätzlichen WLAN-Hotspots im Außenbereich haben die Flüchtlinge darüber hinaus die Möglichkeit, den per E-Mail oder Skype Kontakt zu ihren Freunden und Familien in aller Welt herzustellen. Dies ist ein wichtiger Aspekt bei der Unterstützung der Integration.

Der Computerraum ist zu bestimmten Zeiten geöffnet. Es ist eine ehrenamtliche Aufsicht vor Ort, die auch leichte Hilfestellung bei der Nutzung geben kann.

Wir würden gerne zusätzliche Öffnungszeiten anbieten, benötigen dazu aber weitere ehrenamtliche Unterstützung. Für diese Tätigkeit reichen Computer-Grundkenntnisse aus. Wir suchen aber auch Menschen, die Computerkurse für die Geflüchteten anbieten.

Wenn Sie sich vorstellen können, uns in diesen Bereichen zu unterstützen, melden Sie sich bitte unter Angabe der möglichen Zeiten unter info@gertrud-hilft.de oder telefonisch unter 01577 5296365.

Ulf Andresen
Juni 2017

„Schreibwerkstatt?“ …

… ruft mir Miriam Duijn entgegen, als ich bei der Wohnunterkunft am Lerchenfeld ankomme. Ich befestige mein Fahrrad und strahle sie an. „Ja!“, sage ich und freue mich. Die Schreibwerkstatt hat sich etabliert. Für Hussein, Mohammad, Laith und Masoud ist das regelmäßige Zusammentreffen am Mittwoch von 18 bis ca. 20 Uhr ein fester Bestandteil geworden.

Als Hussein bei einem Zusammentreffen Anfang November 2016 davon sprach, wie gern er Gedichte lese und vor allem selber schreibe und um Unterstützung dafür bat, war unsere Stunde geschlagen. Franziska und ich verspürten große Lust dazu, Hussein und weiteren interessierten Jungen beim Schreiben jeglicher Art zu helfen. Den Anfang machten Gedichte. Es folgten gesungene Balladen von Achim Reichel. Die Texte zu verstehen, erwies sich allerdings als nicht so einfach, für das Schreiben eigener Gedichte in deutscher Sprache fehlte es noch an Wortschatz.

Deshalb überlegte ich mir einen anderen Zugang für die Jungen und wählte ein Hörspiel aus. Gesprochene Dialoge würden unseren Teilnehmern das Verstehen der deutschen Sprache erleichtern. Das erwies sich als richtig. Dass uns das Hörspiel “Nathans Kinder“ viele Anstöße zum Diskutieren und zum Schreiben lieferte, war ein großer Gewinn für uns alle. Franziska und ich gingen oft beseelt nach Hause. Dieser Jude Nathan warf viele Fragen auf: „Gibt es die eine wahre Religion?“ und „Ist nicht jeder von uns zuallererst ein Mensch?“ Durch diese Impulse und Denkanstöße wurden die Teilnehmer unserer Schreibwerkstatt sehr nachdenklich. Begriffe wie “Identität“ und “Sozialisation“ wurden besprochen, in Relation zu verschiedenen Gesellschaftsformen gestellt und durch eigene Erfahrungen anschaulich gemacht.

In jeder Diskussion erleben uns die Jungen – die junge berufstätige Franziska und mich, die pensionierte Lehrerin – als streitbare, gleichberechtigt auftretende Frauen. Auch darüber sprachen wir. Uns interessiert ihr Frauenbild, das durch eine ganz andere Kultur geprägt ist. Sicher ist, dass die vier Jungen, die regelmäßig in die Schreibwerkstatt kommen, uns sehr schätzen. Unsere Zusammentreffen finden auf Augenhöhe statt. Die Atmosphäre ist sehr vertrauensvoll. Im Rahmen dieser uns allen lieb gewordenen Schreibwerkstatt begleitete Stephanie unsere vier Jungen zu einem Poetry Slam ins Ernst-Deutsch-Theater. Weil Franziska und ich nicht dabei sein konnten, erreichte uns prompt ein Foto aus dem Theater. Zur Verständigung untereinander richteten die Jungen eine WhatsApp-Gruppe ein. Sie gaben ihr den Namen “Die Besten“.

Nachdem wir das Hörspiel “Nathans Kinder“ abgeschlossen hatten besuchten wir die Vorstellung “Nathan die Weise“ im Thalia Theater an der Gaußstraße. Das war eine echte Herausforderung für uns alle, weil die Interpretation die Grundlage zwar erkennen ließ, aber eine sehr eigenwillige Darstellung des Nathans ist. Masoud empfand den Nathan als Katastrophe, Laith amüsierte sich über meine Mimik während der Aufführung, der durch eine Zahn-OP etwas beeinträchtigte Hussein schüttelte den Kopf und Mohammad war so mutig, später die Darsteller anzusprechen. Es war das Gemeinschaftserlebnis, das uns bei diesem Theaterbesuch am besten gefiel. Wir saßen anschließend noch zusammen und sprachen über das Stück.

Seit kurzem bearbeiten wir Deutsch-Prüfungsarbeiten für den Einfachen Schulabschluss (ESA), weil Masoud im Mai an den Prüfungen in allen drei Hauptfächern teilnehmen wird. Für alle ist es eine sehr gute Übung. Woran wir ab der dritten Mai-Woche arbeiten werden, besprechen wir vorher mit den Jungen. Ideen von unserer Seite gibt es genug.

Die Freude weiterzumachen ist groß.

Dagmar Lücke-Neumann, Franziska Olbricht
April 2017