Nur ein bisschen Kontinuität… Newsletter August 2020

Newsletter August 2020

Offensichtlich waren wir trotz unserer Vorsicht Anfang Juli noch zu optimistisch, was den Wiederbeginn unserer ehrenamtlichen Angebote angeht: zu Schuljahresanfang sollten die üblichen Gruppen wieder anfangen, mit Abstand und Hygieneregeln natürlich.

Aber die Coronakrise ist noch nicht vorbei, es scheint, als müssten wir mit dem Virus in einer Intensität weiterleben, die keiner von uns sich noch zu Beginn des Sommers vorstellen konnte. Denn die Anzahl der Neuinfizierten steigt leider nach Ende der Ferien wieder an,  und das hat Folgen für unsere ehrenamtlichen Gruppen.

Die Situation in den beiden Unterkünften zeigt sich unterschiedlich.

Die Leitung der Wohnunterkunft Averhoffstraße hat entschieden, den Neustart der einzelnen Projekte vorerst auf Anfang September zu verschieben. Denn bei nur einem einzigen Infizierten in der Unterkunft könnte es sein, dass die gesamte Unterkunft in Quarantäne gelegt wird, d.h. niemand darf das Gebäude verlassen, Lebensmittel werden von einem Caterer angeliefert, Auseinandersetzungen unter den Geflüchteten könnten sich potenzieren usw. Dieses Szenario soll unbedingt vermieden werden.

Wir haben Verständnis für diese Entscheidung, sind aber auch traurig, weil wir gerade von Kindern wissen, dass sie unsere Unterstützung z.B. bei den Hausaufgaben dringend benötigen und sich wünschen.

In der Wohnunterkunft Freiligrathstraße wurde bereits während der letzten zwei Wochen der Schulferien, den sogenannten „Hamburger Lernferien“, die Hausaufgabenhilfe wieder gestartet. Es gab einen guten Zulauf von Grundschulkindern. Da bei dieser Arbeit die Abstandsregel kaum eingehalten werden kann und das Maskentragen über zwei Stunden eine Strapaze ist, weil man in dieser Zeit fast immer spricht, haben sich die Freiwilligen mit Plastikvisieren ausgestattet. Dies hat den Vorteil, dass die Gesichtsmimik erkennbar ist und man viel weniger schwitzt. Die Kosten hierfür hat „Gertrud hilft“ übernommen.

Das Donnerstagscafé kann unter den momentanen Bedingungen nicht in der bisherigen Form durchgeführt werden, und genauso geht es leider dem Computerraum. Mit seinen sechs engen Plätzen muss er wegen der Abstandsregel leider weiterhin geschlossen bleiben.

Die Nachhilfe für Jugendliche im Immenhof läuft wieder an. Die Donnerstagsgruppe wird ihre Arbeit vorerst weiterhin als Videokonferenz fortsetzen. Die Dienstagsgruppe wird mit wenigen Schülern im Immenhof durchgeführt, ein größerer Teil wird in einer 1:1-Beziehung im Fernunterricht stattfinden.

So gibt es immerhin eine gewisse Kontinuität bei unseren Angeboten. Insgesamt aber haben wir gelernt, dass aufgrund von notwendigen Hygienemaßnahmen manche bisherigen Vorgehensweisen zukünftig nicht mehr umsetzbar sind und geändert werden müssen. Hier wollen wir uns bald in den einzelnen Gruppen treffen und neue Konzepte überlegen.

Erfreuliches:

  1. Im Laufe der letzten Wochen haben sich zehn Freiwillige gemeldet, die in den Unterkünften unterstützen möchten. Zwei sind bereits für die Dienstagsgruppe im Immenhof avisiert, eine für die Dienstagsgruppe in der Freiligrathstraße. Die anderen werden, sobald wir „durchstarten“ können, in die verschiedenen Projekte eingefädelt. Darüber freuen wir uns sehr, weil einige der bisherigen Freiwilligen, die zur Risikogruppe gehören und bereits mehrere Jahre dabei sind, noch abwarten bzw. aufhören wollen.
  2. In der Lockdownzeit und dem damit verbundenen Fernunterricht für Schüler haben wir insgesamt 17 gebrauchte Notebooks gesammelt und an Schüler verteilt, die sonst keine Möglichkeit hatten, am Fernunterricht teilzunehmen. Wir danken den vielen Spendern!

Gesucht wird: ein Schulranzen für einen Schulanfänger einer Familie in der   Freiligrathstraße.

In eigener Sache:

  1. Coronabedingt können wir leider in diesem Sommer kein Grillfest für die Freiwilligen durchführen.
  2. Unseren nächsten inhaltlichen „Runden Tisch“ planen wir für Februar 2021.

Herzliche Grüße vom Koordinationsteam „Gertrud hilft“

Ulf Andresen      Peter von Gottberg    Gretel Saß        Christiane Tichy     Dirk Wetzel

Für Fragen, Anfragen oder Vorschläge kontaktieren Sie bitte die Homepage www.gertrud-hilft.de oder schreiben eine Mail an: info@gertrud-hilft.de.

Ganz langsam und vorsichtig beginnt die Arbeit wieder…

Liebe Freunde von „Gertrud hilft“,

dass Sie wieder einmal einen Newsletter von „Gertrud hilft“ lesen können, ist ein gutes (Vor)zeichen: denn wir haben etwas zu berichten. Wir haben von Fördern & Wohnen das Signal bekommen, dass jetzt, bei Abklingen der Corona-Krise, ganz langsam und vorsichtig wieder ehrenamtliche Gruppen anfangen dürfen zu arbeiten. Wie überall: mit Mundschutz, Hygieneregeln, Listen der Anwesenden und mit viel weniger Menschen pro Treffen als früher – aber immerhin. Wir sind froh um jede Möglichkeit wieder präsent zu sein.

Dass die Familien – wie überall, wenn es Sommer ist – auch für ihre Kinder zur Selbsthilfe greifen, zeigt dieser Schnappschuss aus der Freiligrathstraße.

Vorrang hatten bislang die professionellen Anbieter von Freizeitangeboten für Flüchtlingskinder, wie der „Spieltiger“. Gerade für die Ferien sind das wertvolle Angebote.

Und weil jetzt die Sommerferien in Hamburg begonnen haben, wird der Wiederbeginn nicht einfacher: auch freiwillig Engagierte fahren in Urlaub, und auch Flüchtlingsfamilien haben Pläne für die Ferien. „Hausaufgabenhilfe“ kann überdies nicht wörtlich verstanden werden, sondern es erfordert Fantasie und neue Ideen, wie die Kinder gefördert werden können. Sinnvoll und nützlich ist sie auf jeden Fall, denn die Flüchtlingskinder hatten schlechtere Möglichkeiten im digitalen Unterricht auf Distanz in der Corona-Zeit.

Im Einzelnen:

Die Computerräume von beiden Wohnunterkünften bleiben vorläufig geschlossen – zu schwierig ist das Abstand-halten bei acht nebeneinander stehenden Computern, und wenn nur zwei Besucher gleichzeitig erlaubt sind, wird es schwierig mit der zu erwartenden Warteschlange.

In der Freiligrathstraße hat am Mittwochnachmittag in dieser Woche die Hausaufgabenhilfe neu begonnen. Bis zu neun Kindern waren dort.  Das Donnerstagcafé wird erst nach den Sommerferien im August wieder anfangen.

Auch in der Averhoffstraße versuchen einige Freiwillige bereits während der Schulferien die Hausaufgabenhilfe neu zu beleben. Das Begegnungscafé bleibt bis August geschlossen.

Was Sie tun können:

1. Sachspenden:

Wie schon im letzten Newsletter berichtet, werden weiterhin gebrauchte Laptops und Notebooks als Spende für Jugendliche gesucht. Wenn Sie ein Gerät entbehren können, melden Sie sich bitte unter Info@gertrud-hilft.deVielen Dank!

2. Hilfe bei der Wohnungssuche:

Zwei Familien in der Freiligrathstraße bitten um Hilfe bei der Wohnungssuche: eine eritreische Familie mit zwei Kindern (der Mann arbeitet) und eine Familie aus Syrien mit vier Kindern. Nähere Informationen gibt es bei den Sozialmanagern: 040-3039599-21 oder -13

Wir melden uns nach den Sommerferien wieder – mit hoffentlich allen unseren schon traditionellen Angeboten für die Wohnunterkünfte.

Herzliche Grüße!

Das Koordinationsteam

Ulf Andresen      Peter von Gottberg       Gretel Saß       Christiane Tichy        Dirk Wetzel

Lebenszeichen aus der brachliegenden Flüchtlingsarbeit

Lebenszeichen aus der brachliegenden Flüchtlingsarbeit

Liebe Freunde von „Gertrud hilft“,

sicher haben Sie sich schon einmal in den letzten Wochen gefragt, wie wohl die Flüchtlingsfamilien in den beiden Wohnunterkünften die Corona-Krise erleben.  So ging es jedenfalls uns im Koordinationsteam und so haben wir in den Wohnunterkünften Freiligrathstraße und Averhoffstraße nachgefragt.

Generell gilt für die Sozialmanager beider Wohnunterkünfte: Bei fördern&wohnen gibt es im Falle eines Coranafalls ein Notfallmanagement, das eng mit dem Hygienemanagement und dem Gesundheitsamt zusammenarbeitet und so haben sie genaue Anweisungen und wissen, was zu tun ist oder wo sie nachfragen können.

Über die Situation in der Freiligrathstraße schreibt die Sozialmanagerin:

„Zum Glück sind die Bewohner vernünftig und bleiben auch mit ihren Kindern in der Wohnung. Die Kinder kommen aber doch am Nachmittag auch raus und spielen. Für sie ist die Situation am prekärsten, denn während die anderen Schüler online über Apps ihre Aufgaben bekommen und interaktiv mit den Lehrern agieren können, verfügen unsere Kids natürlich nicht über diese Möglichkeiten, was ich anrufenden Lehrerinnen und Lehrern deutlich mache. Mitunter bringen dann die Lehrerinnen schriftliche Pakete, die sie den Kindern in den Briefkasten stecken.  Ob diese von unseren Kids überhaupt oder tatsächlich ordnungsgemäß bearbeitet werden, vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist Aufgabe der Lehrer sich darum zu kümmern, dass alle ihre Schülerinnen  und Schüler an einem wie auch immer gestalteten Unterricht teilnehmen können. Für Abiturienten besteht laut Schulbehörde die Möglichkeit sich zu melden und ggf. einen Klassenraum zum störungsfreien Lernen zur Verfügung gestellt zu bekommen.    Ich glaube, die Kinder vermissen euch sehr und ihr die Kinder ja vermutlich auch.“

Und aus der Averhoffstraße kommt folgende Nachricht:

„Es gibt gute Neuigkeiten. Herr Wieland teilte heute mit, dass in der kommenden Woche die Vorhänge für den großen Raum geliefert werden sollen. Auch die Küche ist soweit fertig, Herr Jagodzinski ist im Endspurt. Für kommende Woche ist die Endreinigung geplant, ab dann kann die Küche (theoretisch) im Betrieb genommen werden.  Ansonsten ist es derzeit in der und um die Wohnunterkunft  ziemlich ruhig. Glücklicherweise auch ruhig im Sinne von gut, was nicht unbedingt selbstverständlich ist in dieser außergewöhnlichen Zeit.  Was einen Wiederanlauf des Ehrenamtes angeht, warten wir auf Neuigkeiten von der Zentrale. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine. Bleibt alle weiterhin gesund! Und wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen und ein `Wiederbeleben´ unserer Räumlichkeiten durch Eure wertvollen  Ehrenamtsangebote.“

Aus diesen Nachrichten haben wir gesehen, wie wir unterstützen können: mit Notebooks – und deshalb möchten wir Sie – unsere „Gertrud hilft“ – Unterstützer – um Spenden in Form von alten Notebooks bitten. Wenn Sie eine solche Möglichkeit haben, melden Sie sich bitte per Mail unter info@gertrud-hilft.de. Danke!

Den guten Wünschen der Sozialmanager können wir uns ansonsten nur anschließen. Wir melden uns, sobald abzusehen ist, wann die ehrenamtliche Arbeit wieder aufgenommen werden kann.

Bleiben Sie gesund!

Das Koordinationsteam

Ulf Andresen      Peter von Gottberg        Gretel Saß        Christiane Tichy      Dirk Wetzel

Aussetzung des freiwilligen Engagements von „Gertrud hilft“

Aktuelles

Liebe Freunde von „Gertrud hilft“,

aufgrund der aktuellen Corona-Gefahren haben wir im Koordinationsteam von „Gertrud hilft“ entschieden, das freiwillige Engagement in den Wohnunterkünften Freiligrathstrasse und Averhoffstrasse sowie im Immenhof bis auf weiteres ruhen zu lassen.

Die wichtigste Maßnahme der Bundesregierung und der Landesregierungen ist, soziale Kontakte so gering wie möglich zu halten,  um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.  Hierdurch soll eine Überlastung des jetzt gut funktionierenden Gesundheitssystem vermieden  werden.

Wir möchten in diesem Zusammenhang unserer Verantwortung gegenüber allen Beteiligten gerecht werden und haben alle Freiwillige zu dieser Unterbrechung ihres Engagements aufgerufen. Sobald sich die Situation entspannt,  werden wir entscheiden,  wann die Projekte in den Wohnunterkünften wieder anlaufen können.

Das Koordinationsteam

Ulf Andresen     Peter von Gottberg        Gretel Saß      Christiane Tichy     Dirk Wetzel